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Sieben Verurteilungen in bedeutendem Krypto-Geldwäschefall mit 20 Millionen US-Dollar
Ein Gericht in Peking hat sieben Personen in einem umfangreichen Bitcoin-Geldwäschefall mit einem Volumen von rund 20 Millionen US-Dollar zu Haftstrafen verurteilt. Dieser aufsehenerregende Fall unterstreicht Chinas anhaltenden Kurs gegen digitale Vermögenswerte und verstärkt die Unsicherheit in Bezug auf die bereits restriktive Regulierung von Kryptowährungen im Land.
Interner Betrug ermöglicht Krypto-basierte Geldwäsche-Netzwerke
Laut lokalen Quellen handelte es sich um ein ausgeklügeltes Betrugssystem. Im Zentrum stand ein ehemaliger Mitarbeiter einer bekannten Video-Streaming-Plattform im Pekinger Bezirk Haidian. Den Anklägern zufolge nutzte der Insider seine Zugangsrechte, um das Bonussystem der Firma zu manipulieren und fast 140 Millionen Yuan – umgerechnet rund 19,3 Millionen US-Dollar – auf Scheinfirmen umzuleiten, die er gemeinsam mit Komplizen kontrollierte.
Zur Verschleierung ihrer Aktivitäten gründete die Gruppe mehrere Briefkastenfirmen, umging interne Anti-Betrugsmechanismen und fälschte Finanzdokumente. Die gestohlenen Gelder wurden anschließend über acht internationale Kryptowährungsbörsen transferiert und in Bitcoin (BTC) sowie andere digitale Vermögenswerte umgewandelt.
Fortschrittliche Geldwäschemethode: Coin Mixing und Offshore-Börsen
Ermittler berichten, dass die Täter moderne Krypto-Geldwäschetechniken wie Coin Mixing einsetzten, um Transaktionsspuren zu verschleiern und Blockchain-Analysen zu erschweren. Nach der Geldwäsche wurden Teile des Betrags in Yuan gewechselt und unauffällig auf private Bankkonten eingezahlt.
Chinesische Behörden gelang es letztlich, mithilfe fortschrittlicher digitaler Forensik und Blockchain-Analyse-Tools mehr als 90 BTC – umgerechnet rund 11 Millionen US-Dollar zum aktuellen Bitcoin-Kurs – zurückzuverfolgen und zu sichern. Die Verurteilten erhielten Haftstrafen zwischen drei und über vierzehn Jahren wegen Unterschlagung und Geldwäsche.
Auswirkungen auf Chinas Krypto-Politik
Obwohl der Fall seinen Ursprung in einer internen Korruptionsaffäre hatte, rückt der Einsatz digitaler Vermögenswerte zur Geldwäsche die Debatte um Chinas Haltung zu Kryptowährungen erneut in den Fokus. In den vergangenen Jahren setzte China umfassende Verbote gegen den Handel, das Mining und sonstige Aktivitäten mit Kryptowährungen um. 2021 wurden nahezu alle digitalen Vermögenstransaktionen untersagt.
Sorgen um Krypto-Kriminalität und verschärfte Regulierung
Vor Kurzem warnten Behörden in Shenzhen öffentlich vor einer steigenden Zahl von Betrugsfällen im Zusammenhang mit Yuan-basierten Token und weiteren nicht lizenzierten Digital-Asset-Angeboten. Angesichts zunehmender Betrugsmaschen und illegaler Kapitalbeschaffung verfolgen Chinas Regulierungsbehörden weiterhin einen streng überwachten, teils jedoch vage ausgestalteten Kurs. Gerüchte über mögliche Lockerungen – etwa bei Stablecoins – stehen im Raum, doch der aktuelle Fall könnte die Entschlossenheit zu strikterer Durchsetzung stärken.
Bislang haben die Behörden nicht öffentlich gemacht, ob dieser Fall Auswirkungen auf künftige Kryptowährungs-Gesetzgebung haben wird. Branchenbeobachter achten mit Spannung darauf, wie sich kommende Maßnahmen auf die Innovation im Bereich Blockchain und das gesamte Ökosystem von Kryptowährungen in China auswirken könnten.
Quelle: crypto
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