3 Minuten
US-Banken bewegten 312 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit chinesischen Geldwäsche-Netzwerken
Eine neue FinCEN-Warnung zeigt, dass US-Banken zwischen 2020 und 2024 rund 312 Milliarden Dollar verarbeitet haben, die mit chinesischen Geldwäsche-Netzwerken in Verbindung stehen. Das Financial Crimes Enforcement Network analysierte mehr als 137.000 Bank Secrecy Act (BSA)-Meldungen und kam zu dem Schluss, dass diese Netzwerke im Durchschnitt über 62 Milliarden Dollar pro Jahr durch das US-Banksystem bewegten. Diese Zahlen verdeutlichen, dass das traditionelle Finanzwesen — nicht nur Krypto — weiterhin ein Hauptkanal für groß angelegte Geldwäsche ist.
Symbiose mit mexikanischen Drogenkartellen und breiterer Kriminalität
Die Ergebnisse von FinCEN zeigen, dass chinesische Banden eine wechselseitig vorteilhafte Beziehung zu in Mexiko ansässigen Drogenkartellen aufgebaut haben: Die Kartelle benötigen US-Dollar, um Drogenerlöse zu verschleiern, während chinesische Netzwerke Dollar suchen, um Chinas Devisenkontrollen zu umgehen. „Diese Netzwerke waschen Erlöse für in Mexiko ansässige Drogenkartelle und sind in andere bedeutende, unterirdische Geldbewegungsschemata innerhalb der Vereinigten Staaten und weltweit involviert“, sagte FinCEN-Direktorin Andrea Gacki.
Über Drogenerlöse hinaus verbindet die Warnung diese Netzwerke mit Menschenhandel, Schmuggel, Gesundheitsbetrug, Missbrauch älterer Menschen und umfangreicher Immobilien-Geldwäsche. Der Bericht meldete etwa 53,7 Milliarden Dollar an verdächtigen Immobilien-Transaktionen, die mit diesen Gruppen in Verbindung stehen, und unterstreicht die Rolle von US-Banken und Immobilienmärkten bei der Ermöglichung illegaler Finanzströme.

Warum Krypto trotz geringerer illegaler Volumina weiterhin hervorgehoben wird
Trotz des Ausmaßes der bankgestützten Geldwäsche bleibt Kryptowährung politisch in der Kritik. Prominente Politikerinnen und Politiker, darunter Senatorin Elizabeth Warren, fordern schärfere Vorschriften und argumentieren, dass Kriminelle verstärkt Krypto nutzen, um Gelder zu waschen. Blockchain-Analysen und Studien der Branche zeichnen jedoch ein anderes Bild.
Laut Chainalysis beliefen sich die illegalen Krypto-Ströme in den vergangenen fünf Jahren auf rund 189 Milliarden Dollar. Im Vergleich dazu schätzt das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC), dass die weltweite Geldwäsche jährlich mehr als 2 Billionen Dollar übersteigt. TRM Labs schätzt, dass illegale Aktivitäten weniger als 1 % des gesamten Krypto-Transaktionsvolumens ausmachen — ein Bruchteil im Vergleich zu den Verwundbarkeiten des traditionellen Finanzwesens.
Was das für AML-Politik und Krypto-Regulierung bedeutet
Die FinCEN-Warnung rückt die Debatte darüber in den Fokus, wo Anti-Geldwäsche-(AML)-Durchsetzung und regulatorische Ressourcen anzusetzen sind. Die Daten legen nahe, dass Strafverfolgung und Aufsichtsbehörden unterirdische Banknetzwerke, Risiken im Korrespondenzbanking und Immobilienkanäle priorisieren sollten — neben fortlaufenden Verbesserungen in der Krypto-Compliance, einschließlich besserer KYC-Verfahren, On-Chain-Analysen und grenzüberschreitender Zusammenarbeit.
Politikerinnen und Politiker müssen eine sinnvolle Regulierung von Krypto mit einer robusten Aufsicht traditioneller Finanzinstitute in Einklang bringen, die weiterhin massive illegale Dollarströme bewegen. Für Blockchain- und Krypto-Communities ist die Botschaft klar: In Compliance, Transparenz und Analyse investieren, damit digitale Vermögenswerte Teil der Lösung im Kampf gegen globale Geldwäsche sind und nicht zum einfachen Sündenbock werden.
Quelle: cointelegraph
Kommentare