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Opera erhebt Kartellklage gegen Microsoft in Brasilien
Das norwegische Technologieunternehmen Opera, bekannt für seinen innovativen Webbrowser, hat in Brasilien eine formelle Kartellbeschwerde gegen Microsoft eingereicht. Laut Opera behindert Microsoft mit der langjährigen Praxis, den Edge-Browser als einzige vorinstallierte und standardmäßige Option auf Windows-Geräten bereitzustellen, den fairen Wettbewerb auf dem Browsermarkt in einem der größten Technologiesektoren Lateinamerikas.
Vorwürfe: Dark Patterns und eingeschränkte Nutzerwahl
Operas Rechtsabteilung wirft Microsoft vor, mehr als nur das Bündeln von Edge mit Windows zu praktizieren. Das Unternehmen behauptet, Microsoft verwende gezielte Designstrategien – sogenannte "Dark Patterns" –, um es Nutzern bewusst zu erschweren, alternative Browser zu finden, herunterzuladen oder als Standard einzurichten. Solche Entscheidungen beeinträchtigen laut Opera nicht nur Konkurrenzbrowser wie Opera, Google Chrome und Mozilla Firefox, sondern beschränken auch die Auswahlmöglichkeiten der Verbraucher und hemmen digitale Innovation.
Regulatorische Maßnahmen durch CADE gefordert
Opera hat seine Beschwerde bei Brasiliens Verwaltungsrat für wirtschaftliche Verteidigung (CADE) eingereicht und fordert die Behörde auf, eine Untersuchung einzuleiten und Maßnahmen zu ergreifen, die für gleiche Wettbewerbsbedingungen auf dem Browsermarkt sorgen. Dieser Schritt unterstreicht die weltweit zunehmende Aufmerksamkeit auf die Marktmacht von Standardanwendungen und geschlossenen Ökosystemen.
Browser-Funktionen und Nutzer-Vorteile
Opera positioniert sich als besonders anpassungsfähigen und datenschutzorientierten Browser mit integriertem VPN, Werbeblocker und komfortabler Arbeitsplatzverwaltung – Eigenschaften, die sowohl Technikbegeisterte als auch Alltagsnutzer ansprechen. Das Unternehmen argumentiert, dass Microsofts Verhalten innovative Alternativen wie den Opera-Browser daran hindert, Nutzer zu erreichen, obwohl diese einzigartige Funktionen bieten.
Historischer Kontext: Bereits frühere Auseinandersetzungen
Dieser Rechtsstreit ist für Opera und Microsoft nicht neu. Bereits 2007 brachte Opera eine ähnliche Klage gegen Microsoft in der Europäischen Union ein, weil Internet Explorer mit Windows gebündelt wurde. In jüngerer Zeit setzte sich Opera zudem dafür ein, dass Microsoft Edge gemäß dem europäischen Digital Markets Act als "Gatekeeper"-Dienst reguliert wird.
Bedeutung für den globalen Browsermarkt
Da der Markt für Webbrowser zunehmend wettbewerbsintensiv wird und Datenschutz sowie Produktivität im Mittelpunkt stehen, könnte die Entscheidung der brasilianischen Behörden über den Umgang mit vorinstallierter Software und Marktausgleich weltweit wegweisende Auswirkungen haben. Für IT-Experten, Entwickler und Nutzer könnte das Ergebnis in Brasilien beeinflussen, wie leicht Alternativen zu Microsoft Edge zugänglich sind und so Innovation sowie Auswahlmöglichkeiten auf allen Plattformen fördern.
Quelle: engadget
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