Bitcoin-Miner verkaufen 485 Millionen US-Dollar, während Bitcoin sich erholt

Bitcoin-Miner verkaufen 485 Millionen US-Dollar, während Bitcoin sich erholt

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Bitcoin-Miner verkaufen 485 Millionen US-Dollar, während Bitcoin sich erholt

Bitcoin-Miner haben in einem 12-tägigen Zeitraum bis zum 23. Aug. etwa 4.207 BTC — rund 485 Millionen US-Dollar — abgeworfen, laut On-Chain-Tracking. Der Ausverkauf fiel mit einer Preisvolatilität zusammen, als BTC kurzzeitig den Bereich um 112.000 US-Dollar nach einem Sechs-Wochen-Tief zurückeroberte. Während einige Händler beschleunigte Miner-Verkäufe als Warnsignal sehen, zeichnen Netzwerkgrundlagen und Hashrate-Daten ein differenzierteres Bild.

Was die Miner-Abflüsse für den Kryptomarkt bedeuten

Von Glassnode überwachte Miner-Wallets zeigten zwischen dem 11. und 23. Aug. kontinuierliche Abhebungen, mit nur geringen Anzeichen erneuter Akkumulation danach. Die letzte Periode anhaltender Abflüsse von über 500 BTC pro Tag wurde zuletzt am 28. Dez. 2024 beobachtet. Trotz dieses Anstiegs bei Miner-Liquidationen bleibt das gesamte Miner-Guthaben erheblich: 63.736 BTC im Wert von mehr als 7,1 Milliarden US-Dollar.

Gewinnmitnahme vs. Notverkauf

Verkauf ist nicht gleich Verkauf. Einige Miner liquidieren regelmäßig Belohnungen, um Betriebskosten, Schuldendienst oder Hardwareinvestitionen zu decken. Im Vergleich zu großen Unternehmensallokationen wie MicroStrategy (MSTR) und Metaplanet (MTPLF) sind die Miner-Flüsse relativ moderat. Gleichwohl treiben konzentrierte Verkäufe durch Miner und Whale-Wallets oft kurzfristige Markt-FUD (Fear, Uncertainty and Doubt).

Mining-Ökonomie: Hashprice, Difficulty und Rentabilität

Die Anreize der Miner hängen vom Hashprice ab — dem Erlös pro Einheit Hashrate. In den letzten neun Monaten ist Bitcoin um etwa 18 % gestiegen, doch die Rentabilität der Miner ist laut HashRateIndex um rund 10 % gefallen. Steigende Mining-Difficulty und geringere On-Chain-Transaktionsnachfrage haben die Margen gedrückt, während sich das Netzwerk selbst anpasst, um ein Blockintervall von etwa 10 Minuten aufrechtzuerhalten.

Hashrate-Stärke kontert kurzfristige Bedenken

Die Hashrate bleibt ein bullisches strukturelles Signal. Die Bitcoin-Netzwerkhashrate nähert sich Rekordwerten — knapp 960 Millionen TH/Sekunde und in den letzten drei Monaten um rund 7 % gestiegen — was auf robuste Miner-Aktivität und langfristiges Vertrauen in die Bitcoin-Sicherheit hinweist. Der Hashprice-Index liegt bei etwa 54 PH/Sekunde, gegenüber 59 PH/Sekunde vor einem Monat, aber deutlich besser als zu Jahresbeginn. Laut NiceHash-Daten bleiben sogar Bitmains S19 XP-Geräte bei 0,09 US-Dollar pro kWh profitabel, was zeigt, dass viele Betriebe wirtschaftlich tragfähig sind.

KI-Pivot: Neuer Gegenwind oder Diversifikationschance?

Ein Teil der Erzählung um Miner-Verkäufe rührt daher, dass Miner Kapital in KI-Infrastruktur umschichten. TeraWulfs 3,2-Milliarden-US-Dollar-Arrangement mit Google — im Austausch für eine 14%ige Beteiligung zur Finanzierung eines KI-Rechenzentrums — hat diese Geschichte verschärft. Andere Firmen, darunter das ehemalige Iris Energy (jetzt Iren) und Hive, erhöhen GPU-Käufe und bauen flüssigkeitsgekühlte KI-Anlagen in Nordamerika auf.

Wie sich die Verschiebung auf das Bitcoin-Mining-Angebot auswirkt

Wenn einige Miner Vermögenswerte umschichten oder BTC verkaufen, um KI-Projekte zu finanzieren, könnte das vorübergehend das Coin-Angebot an Börsen erhöhen, doch das bedeutet nicht notwendigerweise systemischen Stress im Sektor. Viele Mining-Firmen diversifizieren, um Einkommenskonzentration zu reduzieren und neue Wachstumsfelder im GPU-basierten Rechenmarkt zu erschließen.

Fazit: Auf die Daten schauen, nicht auf die Schlagzeilen

Beschleunigte Miner-Verkäufe haben für Aufsehen gesorgt, doch die aktuellen Hinweise deuten nicht auf eine unmittelbare Liquiditätskrise bei Bitcoin-Miner hin. Netzwerkhashrate und Gesamterträge der Miner bleiben stark, und institutionelle Zuflüsse in Firmenbestände können Verkaufsdruck abfedern. Für Krypto-Trader und langfristige Investoren sind die wichtigsten Signale anhaltende Änderungen beim liquiden Miner-Guthaben, Hashprice-Trends und die Transaktionsnachfrage — nicht einzelne Liquiditätsereignisse.

Quelle: cointelegraph

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